Artikel · 20. August 2026 · 3 min
68.500 offene Stellen im Gesundheitswesen: was das für Ihre Praxis bedeutet.
Das CBS (das niederländische Statistikamt) zählte im zweiten Quartal 68.500 offene Stellen bei Anbietern im Gesundheitswesen. Ein Quartal davor waren es 68.400.
Die Zahl der offenen Stellen im Gesundheitswesen stieg im zweiten Quartal auf 68.500, meldet das Centraal Bureau voor de Statistiek auf Basis vorläufiger Zahlen. Ein Quartal davor stand der Zähler auf 68.400. Das ist ein Unterschied von hundert Stellen — kaum Bewegung, aber ein hohes Niveau, das bleibt, wo es lag.
Was die Zahl genau sagt
Das CBS misst offene Stellen bei Anbietern im Gesundheitswesen: Funktionen, für die Arbeitgeber aktiv Personal suchen. Von 68.400 auf 68.500 in einem Quartal ist ein minimaler Anstieg, und die Zahlen sind noch vorläufig. Die Geschichte steckt also nicht im Wachstum, sondern im Niveau: fast 70.000 Positionen, die nicht besetzt sind.
Ehrlich gesagt: das ist eine Zahl über das Gesundheitswesen als Ganzes. Krankenhäuser, Alten- und Langzeitpflege (VVT), Psychiatrie (GGZ), Behindertenhilfe — die zahnmedizinische Versorgung ist davon ein kleiner Teil. Aus dieser Zahl lässt sich nicht ablesen, wie viele Zahnärzte, Dentalhygienikerinnen oder Prophylaxeassistentinnen gesucht werden. Wer es doch tut, rechnet sich ohne Grundlage reich oder arm.
Warum es für die Zahnmedizin trotzdem relevant ist
Was Sie sehr wohl daraus mitnehmen können: der Arbeitsmarkt im Gesundheitswesen bleibt eng. Praxen und Einrichtungen konkurrieren miteinander um dieselben Erwerbstätigen. Für zahnmedizinisches Personal gilt das vor allem bei unterstützenden Funktionen — Assistentinnen und Empfangs- oder Front-Office-Mitarbeiter können ohne große Umschulung in anderen Bereichen des Gesundheitswesens anfangen.
Für die Praxis bedeutet ein dauerhaft hohes Stellenniveau zwei Dinge:
- Stellen bleiben länger offen. Rechne nicht mit einer schnellen Besetzung, weil der Markt „schon irgendwann umschlägt“. In diesen Zahlen gibt es keinen Hinweis darauf, dass das passiert.
- Ihre Stellenanzeige muss den Unterschied machen. Wenn Zehntausende andere offen stehen, entscheidet die Qualität Ihres Angebots und Ihres Textes, ob jemand reagiert.
Was Sie damit konkret machen
Plane Ihre Besetzung weiter voraus
In einem dauerhaft engen Markt ist eine Stelle, die Sie erst ausschreiben, wenn jemand geht, zu spät. Wissen Sie von einer Schwangerschaft, einem Umzug oder einer nahenden Rente? Dann fang in dem Moment mit der Suche an, in dem Sie es wissen, nicht erst, wenn die Lücke da ist.
Rechne mit einer Überbrückungsoption
Wenn eine feste Stelle monatelang offen steht, ist die Frage nicht, ob Sie jemanden finden, sondern wie Sie die Zwischenzeit überbrücken. Vertretung, Arbeitnehmerüberlassung oder ein Interim-Einsatz sind dann kein Notausgang, sondern ein Planungsinstrument. Aber mit klaren Absprachen über Honorar, Dauer und Aufgaben — sonst wird die Überbrückung das Problem.
Schauen Sie kritisch auf Ihren eigenen Text
Eine Stellenanzeige, die keine Reaktionen bringt, ist in einem engen Markt selten ein Kandidatenproblem. Häufiger ist unklar, was die Funktion beinhaltet, wie viele Stunden es sind, was geboten wird und warum jemand bei Ihnen arbeiten wollen sollte.
Verlier Ihr jetziges Team nicht aus den Augen
Die günstigste Antwort auf einen engen Markt ist, niemanden ersetzen zu müssen. Bei fast 70.000 offenen Stellen im Gesundheitswesen hat Ihr Personal Optionen. Das ist keine Drohung, aber ein Grund, Arbeitsbedingungen, Arbeitsdruck und Planung ernst zu nehmen, bevor jemand von sich aus schaut.
Kurzum
68.500 offene Stellen im Gesundheitswesen sind kein Nachrichtenschock — es ist dieselbe Enge wie im Quartal davor. Genau deshalb ist die Zahl brauchbar: sie gibt keinerlei Anlass, zu warten, bis der Markt mitspielt. Wer seine Besetzung jetzt auf längere Laufzeiten und flexible Überbrückung einrichtet, steht in einem halben Jahr besser da als jemand, der auf eine Wende hofft.
Quellen
Fragen zu Ihrer eigenen Situation?
Dieser Artikel ist allgemein; Ihre Praxis oder Ihre Laufbahn ist es nicht. Stellen Sie Ihre Frage ruhig — Sie bekommen eine ehrliche Antwort, auch wenn die „tu es nicht“ lautet.