Alle Artikel

Artikel · 18. August 2026 · 5 min

Was verdient man 2026 in der Zahnmedizin?

Es gibt keinen Tarifvertrag (cao) und keine offiziellen Gehaltstabellen. Was zahlen Sie dann? Die aktuellen Anhaltspunkte je Funktion — und warum Sie dieses Wissen brauchen.

Wer in der Zahnmedizin zum ersten Mal jemanden einstellt, sucht nach einer Tabelle, die es nicht gibt. Es gibt keinen Tarifvertrag (cao), und die Gehaltsrichtlinie, auf die sich jahrelang alle stützten, ist zurückgezogen. Das zahlt der Markt 2026 — mit den Anmerkungen, die dazugehören.

Warum es keine offizielle Tabelle gibt

Für Zahnmedizinische Fachangestellte gibt es seit rund zwanzig Jahren keinen Tarifvertrag (cao). Und die Arbeitsbedingungsregelung der KNMT (der niederländische Zahnärzteverband), jahrelang der Halt für Praxen, gibt es auch nicht mehr: die Aufsichtsbehörde ACM (die niederländische Wettbewerbsbehörde) entschied, dass Branchenverbände keine Lohnempfehlungen geben dürfen, woraufhin die KNMT die Regelung zurückzog.

An etwas Neuem wird durchaus gearbeitet. Seit 2025 loten Arbeitgeber und Gewerkschaften (FNV, CNV und AVV) aus, ob es doch noch einen Tarifvertrag (cao) für die zahnmedizinische Versorgung geben kann; diese Gespräche laufen 2026 weiter. Bis dahin gilt: Sie bestimmen selbst, was Sie bieten — und der Markt bestimmt, ob das genug ist.

Die Anhaltspunkte je Funktion

Ausgangspunkt ist, was Praxen in ihren Stellenanzeigen bieten: die Stellen mit einem Betrag, dazu Gehaltsübersichten von Berufsportalen und Vermittlern. Das ist also keine Norm, sondern unser Marktbild — was Sie erwarten müssen, wenn Sie jetzt jemanden einstellen. Erfahrung und Aufgabenbereich machen Hunderte Euro Unterschied.

  • Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA): grob € 2.500 bis € 3.300* brutto pro Monat; wer anfängt, startet bei etwa € 2.500.
  • Prophylaxeassistentin: etwa € 2.500 bis € 3.400* brutto pro Monat. Auffällig: der Abstand zu einer regulären Assistentin ist klein, während der Aufgabenbereich größer ist. Wer eine Assistentin zur Prophylaxeassistentin ausbildet und das Gehalt nicht mitbewegt, bildet für die Konkurrenz aus.
  • Dentalhygienikerin (in Anstellung): grob € 3.000 bis € 4.500* brutto pro Monat bei 38 Stunden, je nach Erfahrung und Eigenständigkeit.

* Bei bestimmten Spezialisierungen oder mehr Berufserfahrung sehen wir am Markt auch höhere Gehälter.

Alle zehn Funktionen nebeneinander, mit der Methode, finden Sie in unserem Gehaltsbenchmark Zahnmedizin 2026.

Und der Vertretungszahnarzt oder der Selbstständige (zzp)?

Für vertretende Zahnärzte rechnet der Markt meist nicht in Monatsgehältern, sondern in einem Prozentsatz des erwirtschafteten Umsatzes: zwischen 30 und 50 Prozent, mit etwa 40 Prozent als gängiger Mitte. Wo Sie in dieser Bandbreite landen, hängt von Region, Stuhlauslastung und Erfahrung ab. Mehr dazu in unserem Artikel über das Engagieren von Vertretungszahnärzten.

Rechnet der Vertretungszahnarzt nicht in Prozent, sondern nach Zeit, sind für einen erfahrenen Vertretungszahnarzt € 120 bis € 150 pro Stunde ohne Mehrwertsteuer üblich — umgerechnet rund € 960 bis € 1.200 pro Behandlungstag von 8 Stunden.

Schauen Sie als Behandler auf diese Zahlen und fragen sich, was von dem Stundensatz übrig bleibt? Die Kandidatenseite dieser Rechnung — Versicherungen, Altersvorsorge, leerer Terminkalender — steht in dem Leitfaden Selbstständigkeit (zzp) oder Anstellung in der Zahnmedizin.

Was Sie damit machen

Drei Dinge. Erstens: eich Ihre Gehälter jährlich an dem, was in Ihrer Region geboten wird — nicht an dem, was Sie letztes Jahr gezahlt haben. Zweitens: schreiben Sie den Betrag in Ihre Stellenanzeige. Da sich niemand auf einen Tarifvertrag (cao) berufen kann, ist ein konkreter Betrag das Erste, wonach ein Kandidat auswählt; warum das funktioniert, lesen Sie in dem Artikel über Stellenanzeigen. Drittens: schauen Sie über den Monatsbetrag hinaus — ein Fortbildungsbudget für Prophylaxeaufgaben oder ein fester Dienstplan ist für viele Kandidaten genauso ausschlaggebend.

Nicht sicher, ob Ihr Angebot marktüblich ist? Wir sehen wöchentlich, was Praxen bieten und was Kandidaten annehmen. Ein Telefonat und Sie wissen, wo Sie stehen.

Quellen

Fragen zu Ihrer eigenen Situation?

Dieser Artikel ist allgemein; Ihre Praxis oder Ihre Laufbahn ist es nicht. Stellen Sie Ihre Frage ruhig — Sie bekommen eine ehrliche Antwort, auch wenn die „tu es nicht“ lautet.

    Kennenlernen